In der Vergangenheit war die vegane Lebensweise bei Sportlern nicht sehr beliebt. Die meisten Sportler glaubten nämlich, dass eine Ernährung mit viel Fleisch und anderen tierischen Produkten notwendig sei, um genügend Proteine und andere Nährstoffe zu erhalten. Doch jetzt scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Immer mehr erfolgreiche Sportler verzichten auf tierische Produkte und entscheiden sich für eine pflanzliche Ernährung. So ernährt sich zum Beispiel Tennisstar Serena Williams nach der Rohkostmethode, Crossfit-Champion Matt Fraser isst vegan und Ultraläufer Scott Jurek wählt eine pflanzliche Lebensweise. Auch bei Freizeit-Ausdauersportlern erfreut sich der Veganismus zunehmender Beliebtheit. Es ist weniger umweltschädlich, besser für den Tierschutz und manche sind auch überzeugt, dass es besser für unsere Gesundheit ist. Es gibt viele Gründe, sich für eine vegane Ernährung zu entscheiden, dennoch scheinen einige begeisterte Läufer ihre Vorbehalte zu haben. Für sie ist nur eine Frage wirklich wichtig. Werde ich mit einer pflanzlichen Ernährung genügend Nährstoffe erhalten?
Kohlenhydrate, Proteine und Sporternährung im Laufsport
Die meisten Sporternährungswissenschaftler und Sportmediziner werden diese Frage mit einem klaren "Ja" beantworten. Aber auch eine der neuesten Studien, die von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht wurde, zeigt, dass Veganer sich keine Sorgen um die Nährstoffzufuhr machen müssen. Den Forschern zufolge enthält eine reichhaltige und abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung mit allen Nährstoffen mehr als genug, um den Körper fit und gesund zu halten.
Auch Ausdauersportler, die ihrem Körper im Training und im Wettkampf viel abverlangen, kommen mit einer veganen Ernährung gut zurecht. Dabei ist es besonders wichtig, dass sie genügend Kalorien in Form von Kohlenhydraten und Proteinen zu sich nehmen, um genügend Energie für das Training zu haben und die nötigen Reserven aufzubauen. Welche Lebensmittel diese Nährstoffe letztlich liefern, ist für den Körper also völlig egal. Die Frage ist also eigentlich nicht, ob man als veganer Ausdauersportler genügend Nährstoffe bekommt, sondern wie man sicherstellt, dass man alle Nährstoffe bekommt.

Vegane Sporternährung
Das erfordert zwar anfangs ein wenig Kreativität, ist aber nicht schwierig. Bohnen, Nüsse, Samen, Getreide und grünes Gemüse enthalten beispielsweise viele Kohlenhydrate und Proteine und eignen sich gut für eine Kohlenhydratmischung oder als Erholungsmahlzeit. Eine 150-g-Portion Edamame-Bohnen enthält beispielsweise bereits 18 g Eiweiß. Und eine Unze Tempeh, Tofu oder Linsen enthält ebenfalls etwa 10 g Eiweiß. Außerdem stecken Gemüse wie Spinat, Rucola, Brokkoli, Endivie und Grünkohl voller wichtiger Vitamine und Mineralstoffe, die zum Beispiel den Wasserhaushalt regulieren können.
Dank der schnell wachsenden Zahl veganer Ausdauersportler steigt auch das Angebot an veganer Sporternährung. So gibt es bereits Energiegels auf pflanzlicher Basis, denen zusätzliche Vitamine und Mineralien zugesetzt wurden. Auch gibt es immer mehr Erholungsshakes und Erholungsriegel auf der Basis von Pflanzenproteinen. Auf Sports Endurance.de gibt es sogar eine separate vegane Auswahl , so dass Sie einfach und schnell eine vegane Variante wählen können.
Pflanzliche Ernährung, wann anfangen?
Planen Sie, demnächst mit einer veganen Ernährung zu beginnen? Wenn ja, sollten Sie sich auch überlegen, wann Sie damit beginnen wollen. Kurz vor einem wichtigen Rennen oder einer harten Strecke ist es nicht ratsam, große Veränderungen vorzunehmen. Der ideale Zeitpunkt für eine Umstellung ist zwischen zwei Wettkämpfen oder zu Beginn der Trainingsperiode für einen Marathon. Dann können sich sowohl der Körper als auch der Geist an den neuen Lebensstil gewöhnen. Das heißt übrigens nicht, dass kleine Anpassungen zwischendurch nicht erlaubt oder möglich sind. Hin und wieder eine fleischlose Mahlzeit zu sich zu nehmen, kann nicht schaden. Auch ein veganer Snack ist natürlich immer möglich. Und dann, nach dem großen Marathon oder dem harten Trail, kann man sich immer noch für eine komplette Umstellung entscheiden.